Die Fachstelle in den Medien

WESER-KURIER 14.01.2014

Wenn Männer Opfer von Gewalt werden

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RADIO BREMEN TV, buten und binnen, 11.09.2013

Gespräch mit Christian Spoden zur Tötung eines Jugendlichen in Kirchweyhe (Kreis Diepholz)

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Gespräch mit Christian Spoden, Fachstelle Gewaltprävention

Christian Spoden leitet die Fachstelle Gewaltprävention Bremen/Bremerhaven. Sie soll dafür sorgen, dass sich solche Vorfälle wie in Kirchweyhe (Kreis Diepholz) gar nicht erst ereignen. buten un binnen hat ihn befragt, wie solche Fälle verhindert werden sollen.

Radio Bremen: Wenn man hört, da fühlt sich jemand in seiner Ehre gekränkt und die Situation eskaliert – an so einer Stelle sind sie doch machtlos, oder?

Christian Spoden: Gar nicht. Erstmal muss man sehen, ob das zutrifft. Mir scheint das hier als Schutzbehauptung vorgetragen zu sein. Eine Kränkung im Selbstwertgefühl ist noch kein Angriff auf die Ehre. Wenn wir das vergleichen mit Ehrenmorden, oder wo die Nationalität oder die Kulturzugehörigkeit angegriffen wird. Aber das kann hier auch ein deutscher Jugendlicher sein, der ähnliche Taten begeht, und deswegen ist das eher peinlich und unsachlich wenn andere versuchen, da ihr Süppchen drauf zu kochen und das zum rassistischen Thema zu machen.

Radio Bremen: Aber ein Wort noch zur Ehre: Sie haben 25 Jahre Berufserfahrung in diesem Job. Welche Rolle spielt der Begriff Ehre in diesen Gruppen?

Christian Spoden: Ehre kann ein Teil des Glaubenssystems sein, der Überzeugung, warum Gewalt angewendet wird. Du hast mich in meiner Ehre angegriffen, Du hast mich oder meine Familie beleidigt, meine Kulturgruppe, aber häufig sind das einfach Kränkungen im persönlichen Selbstwertgefühl wo dann die Gewalttäter sagen "das rechtfertigt eine Gewalt". Radio Bremen: Wie verhindern sie dann, das so etwas passiert?

Christian Spoden: Primäre Verhinderung heißt ja, dass es überhaupt nicht passiert. Dafür gibt es Präventionsprogramme, die sich damit beschäftigten, dass die Kinder schon lernen, gewaltfrei zu kommunizieren und gewaltfreie Konfliktlösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Was wir in der Fachstelle machen ist Rückfallprävention. Das so etwas nicht nochmal passiert. Und schon gar nicht noch schlimmer passiert.

Radio Bremen: An welcher Stelle kann man ansetzen? In diesem Fall haben wir einen, der polizeibekannt ist, der mit Gewaltdelikten aufgefallen ist, der in der Clique als der große Macker vielleicht auch dastand. Wo können sie den erreichen und etwas bewirken?

Christian Spoden: Alleine kann man das gar nicht. Ganz wichtig ist Kooperation. Interessant wäre ja hier zu fragen: Was ist bisher an Hilfe gelaufen? Warum hat sie nicht gegriffen? Das heißt, wir müssen uns hinsetzen. Auch die Beteiligten an der Betreuung dieses Jugendlichen müssen sagen: "Warum haben unsere Hilfsangebote nicht gegriffen?"

Radio Bremen: Geben Sie mal ein Beispiel für ein Hilfsangebot, was man grundsätzlich geben könnte in solchen Fällen.

Christian Spoden: Wir bieten zum Beispiel Anti-Gewalt-Kurse an, das ist ein Programm, das umfasst 20 Stunden – optional auch mehr – wo Themen behandelt werden wie Verantwortungsübernahme, Rekonstruktion der Tat: Wie rechtfertigt der Täter seine Gewalt?

Radio Bremen: Aber wer bringt die Jugendlichen zu ihnen?

Christian Spoden: Die kommen nicht freiwillig. Die werden von Jugendämtern, von Schulen, von den Gerichten und von den Eltern vorbeigeschickt.

Radio Bremen: Also es muss jemand reagieren, damit im Zweifel auch etwas verhindert werden kann?

Christian Spoden: Absolut.



DIE GLOCKE GÜTERSLOH 28.06. 2011

Lesen Sie den Bericht aus der Tageszeitung "Die Glocke"



WESER-KURIER 20.04.2011

Aufklärungskampagne soll Täter abschrecken - 

Bremer Bäder starten Aktion gegen Belästigung

Der Bericht aus dem Weser Kurier zu Aufklärungskampagne soll Täter abschrecken


 

Nordsee-Zeitung 26.06.2013

Vom Umgang mit Straftätern

Bremerhaven. Der Fall des wegen Kindermissbrauchs verurteilten Hafenarbeiters von Eurogate macht seit Tagen Schlagzeilen. Der Mann will wieder in seiner Firma arbeiten. Der Betriebsrat und Chefs wollen es – des Betriebsfriedens wegen – verhindern. Anna Ozimek

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Der Fall habe sich ungewöhnlich hoch geschaukelt, beobachtet Christian Spoden, Geschäftsführer der Bremer Fachstelle für Gewaltprävention: „Selbstverständlich hat ein verurteilter Sexualstraftäter ein Anrecht auf seinen Arbeitsplatz.“

Vorausgesetzt, die Straftat stehe nicht im Zusammenhang mit seiner Arbeit, so Spoden. Das heißt im Fall von Kindermissbrauch, wenn keine Kinder durch den Kontakt gefährdet sind. Oder dass es keine Opfer gibt, die mit dem Täter zusammen arbeiten müssten. Spoden bietet in Kooperation mit der Gesellschaft für Integrative Soziale Beratung und Unterstützung (GISBU) Beratung für sexuelle Straftäter in Bremerhaven an. Der Therapeut arbeitet mit jugendlichen und erwachsenen Sexualstraftätern, aber auch mit sexuell missbrauchten Kindern. „In der Beratung werden die Opfer immer mitbedacht. Der Fokus liegt darauf, Verantwortung zu übernehmen, Schuld einzugestehen und Mitgefühl für das Opfer zu entwickeln“, so Spoden. „Jeder Schritt ist dem Opferschutz gewidmet.“ Dazu gehöre auch die Möglichkeit, den Täter nach Verurteilung und Bestrafung wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Denn Stigmatisierung, Mobbing oder Ausgrenzung könnten zur Gefährdung der potenziellen Opfer führen: „Weil sich der Täter am Rande der Gesellschaft selbst aufgeben, erneut Aggressionen entwickeln und in eine ,Egal-Haltung‘ stürzen könnte“, erklärt der Therapeut. „Bekannte und verurteilte Sexualstraftäter haben es grundsätzlich schwer, ihren Platz in der Gesellschaft wieder einzunehmen, obwohl die Rückfallquote selbst bei unbehandelten Fällen niedriger ist als bei anderen Straftaten“, weiß Spoden aus Erfahrung.

Eine für ihn wichtige Frage sei: „Wie geht die Gesellschaft mit reuigen und verurteilten Straftätern um?“ Wenn jemand für seine Fehler Verantwortung übernehme, werde das von der Öffentlichkeit häufig nicht gewürdigt, meint der Experte. „Vergeben ist fast ein Unwort in öffentlichem Diskurs“, so Spoden, „Ziel unserer Arbeit ist, dafür zu sorgen, dass der Täter die volle Verantwortung übernimmt, Wiedergutmachung leistet und sich auch der Wut der Opfer stellt.“ Rache und doppelte Bestrafung seien hingegen nicht zu tolerieren. Auch auf der Opferseite fühlten sich irrationalerweise gerade missbrauchte Kinder schuldig, wenn zum Beispiel durch einen Missbrauchsfall Familien auseinanderbrechen. Spoden: „Es wird den Kindern nicht geholfen, wenn durch gesellschaftliche Ächtung und Stigmatisierung die Situation öffentlich hohe Wellen schlägt.“

Man müsse in solchen Fällen die Haltung überprüfen: „Hat der Fehler etwas mit dem Betrieb zu tun? Grundsätzlich müssen Betriebsrat und Personalleitung dafür sorgen, dass nicht Öl ins Feuer gegossen wird“, stellt Spoden klar. Denn jeder Arbeitnehmer müsse vor Angriffen geschützt werden. Spoden: „Es geht hier um Prinzipien der Rechtstaatlichkeit. Ob der Betroffene selbst dem gesellschaftlichen Druck standhalten kann, ist eine andere Frage.“ Es komme aber nur selten vor, dass einem Sexualstraftäter von einem Arbeitsger

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